QMedius · QV58a

QV58a Patientenzentriertheit – Patientenperspektive systematisch einbeziehen

Patientenzentriertheit wird praktisch, wenn Erfahrungen, Bedürfnisse und Präferenzen der Patienten in Entscheidungen und Verbesserungen einfliessen.

Die Mindestanforderungen

Das Qualitätskonzept regelt die kontinuierliche Qualitätsentwicklung im Handlungsfeld Patientenzentriertheit und ist in das QMS integriert. Mindestens eine anerkannte QVM ist anhand eines PDCA-Zyklus darin zu integrieren. Das Handlungsfeld soll die Stellung der Patienten stärken und Präferenzen, Bedürfnisse und Werte in die klinische Entscheidungsfindung einbeziehen. Das umfasst die Interaktion zwischen Patienten, ihren Angehörigen und Gesundheitsfachpersonen.

Quelle / Fundstelle: S03 Tabelle 5, S. 6

Anerkannte QVM als Ausgangspunkt

Die H+-Liste führt Patientenbefragung, Beschwerdemanagement, PROMS, Selbsthilfefreundlichkeit im Spital und Strukturen ethischer Entscheidungsfindung für alle drei Bereiche. Patientenpartnerschaft ist für Akutsomatik und Rehabilitation gelistet. Aktiver Einbezug von Angehörigen in der Psychiatrie und Fallbesprechung im Reflecting Team sind für Psychiatrie aufgeführt. Wähle ausgehend vom begründeten Bedarf; berücksichtige die Abgrenzung und Überprüfungskriterien in der anerkannten Beschreibung.

Quelle / Fundstelle: S09 Tabelle Patientenzentriertheit; S02 Ziff. 2.3 Abs. 5

Patientenerfahrungen nutzen

Ein Fragebogen allein verändert noch keinen Prozess. Prüfe, ob Rückmeldungen verständlich ausgewertet werden, welche Themen eine Verbesserung erfordern und wer darüber entscheidet. Trenne die Erhebung von der abgeleiteten Handlung und der späteren Evaluation. Eine nationale Zufriedenheitsmessung ist nicht allein aufgrund ihrer Teilnahme automatisch der Nachweis einer vollständig umgesetzten anerkannten QVM «Patientenbefragung». Dafür ist der Abgleich mit der QVM-Beschreibung nötig.

Quelle / Fundstelle: S02 Ziff. 1 und 2.3; S09 Patientenbefragung

Information und Kommunikation konkret gestalten

Als freiwillige Umsetzungsideen können Informationen auf Verständlichkeit geprüft, Rückfragen systematisch eingeholt und Entscheidungen gemeinsam mit Patienten besprochen werden. Diese Praxisideen sind keine zusätzlichen allgemein vorgeschriebenen QVM. Entscheidend bleibt, welche anerkannte QVM Deine Institution wählt und welche Kriterien dort gelten. Eine pauschale Pflicht zu einem Patientenbeirat oder einem bestimmten Kommunikationsmodell lässt sich aus den genannten Mindestanforderungen nicht ableiten.

Beispiele aus drei klinischen Kontexten

Frei entwickelte Situationen: In der Akutsomatik zeigen Patientenrückmeldungen, dass der nächste Schritt nach dem Austritt unklar ist. In der Rehabilitation möchten Patienten ihre persönlichen Behandlungsziele stärker in die interprofessionelle Planung einbringen. In der Psychiatrie werden Informationswege zu einer angemessenen Angehörigenbeteiligung überprüft. Für die ersten beiden Situationen kann beispielsweise die anerkannte Patientenbefragung als strukturierter Ansatz geprüft werden; für die dritte nennt die Liste eine psychiatriespezifische QVM. Diese Zuordnung ist eine Auswahlhilfe und keine Aussage zur Erfüllung sämtlicher QVM-Kriterien.

Quelle / Fundstelle: S09 Tabelle Patientenzentriertheit

Evaluation und Weiterentwicklung

Lege fest, welche Rückmeldungen oder Ergebnisse den gewählten Bedarf abbilden und wie eine Veränderung beurteilt werden soll. Beziehe bei der Interpretation ein, wer erreicht wurde und wessen Perspektive möglicherweise fehlt. Dokumentiere die Entscheidung über Beibehaltung oder Anpassung. PROMS dürfen bei der Mindestzählung nicht zugleich für dieses Handlungsfeld und für Evidenzbasierte Entscheidungsfindung angesetzt werden.

Quelle / Fundstelle: S05 Glossar Qualitätskonzept; S02 Ziff. 2.3 Abs. 3

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