QV58a Patientensicherheit – Drei QVM systematisch umsetzen
Drei anerkannte QVM sind die Mindestzahl. Ob die Auswahl zur Institution passt und in den relevanten Bereichen umgesetzt wird, ist ebenso entscheidend wie das Zählen.
Was verlangt der geltende Vertrag?
Das Qualitätskonzept muss die kontinuierliche Entwicklung der Patientensicherheit regeln und in das QMS integriert sein. Mindestens drei anerkannte QVM sind anhand eines PDCA-Zyklus darin zu integrieren. Im geltenden Anhang 2 wird keine einzelne dieser drei Sicherheits-QVM allgemein als obligatorisch bestimmt. Die ab 2028 im Entwurf vorgesehenen spezifischen Pflichtmassnahmen sind davon zu unterscheiden.
Quelle / Fundstelle: S03 Tabelle 5, S. 5; S13 Tabelle 1, S. 4
Daten als Ausgangspunkt der Auswahl
Die Auswahl zusätzlicher QVM wird anhand interner Daten oder nationaler Messungen nachvollziehbar priorisiert. Frage deshalb: Welche Risiken vermeidbarer Schäden sind für unsere Patienten besonders relevant? Welche Daten zeigen wiederkehrende Probleme? Welche anerkannte QVM adressiert diesen Bedarf und ist für unseren Versorgungsbereich vorgesehen? Ein Katalog aller denkbaren Sicherheitsaktivitäten ersetzt die Begründung der ausgewählten drei QVM nicht.
Beispiele mit belegtem Anerkennungsstatus
Sturzprävention, Medication Review und strukturierte Patientenübergabe sind in der öffentlichen H+-Liste jeweils für alle drei Bereiche anerkannt. Auch Management der Mangelernährung ist für alle drei gelistet. Antimicrobial Stewardship Programm und Checkliste sichere Chirurgie sind dort für Akutsomatik aufgeführt. Modul CAUTI Intervention ist für Akutsomatik und Rehabilitation gelistet. Systematische Suizidprävention ist für Psychiatrie aufgeführt. Die Liste ist eine Orientierung zur Anerkennung; prüfe zusätzlich die genaue Abgrenzung und die Kriterien der jeweiligen Beschreibung.
Quelle / Fundstelle: S09 Tabelle Patientensicherheit
Nicht jede sinnvolle Aktivität ist eine anrechenbare QVM
Eine interne Schulung zur Patientensicherheit kann sinnvoll sein. Zur anerkannten QVM wird sie durch die Bezeichnung allein nicht. Entscheidend ist der Abgleich mit einer vertraglich anerkannten Massnahme, ihrem Geltungsbereich und ihren Überprüfungskriterien. Mehrere Projekte innerhalb derselben QVM sind nicht automatisch mehrere verschiedene QVM. Führe für die Zählung eindeutige Bezeichnungen und ordnen Du jede QVM genau einem Handlungsfeld zu.
Umsetzung in allen relevanten Bereichen
Das Qualitätskonzept muss bereichsübergreifend greifen. Eine einzelne QVM kann auf die Bereiche beschränkt sein, in denen sie relevant ist; die öffentliche Verfahrensbeschreibung nennt dafür die Checkliste sichere Chirurgie als Beispiel. Für eine strukturierte Patientenübergabe kann der konkrete Anwendungsbereich in einem Akutspital anders aussehen als in einer Rehaklinik oder psychiatrischen Klinik. Die relevante Durchdringung muss aus dem betrieblichen Leistungsspektrum und der gewählten QVM abgeleitet werden.
Von der Durchführung zur Evaluation
Ordne den gewählten QVM eine fachliche Verantwortung, einen Anwendungsbereich und geeignete Überprüfungskriterien zu. Ein frei entwickeltes Beispiel ist die Überprüfung der Vollständigkeit vereinbarter Informationen bei Übergaben. Eine verbesserte Vollständigkeit ist ein Prozessresultat und beweist für sich allein noch keine Reduktion aller Patientenschäden. Bewerte deshalb, welche Aussage die erhobenen Daten tragen, und passe das Vorgehen bei Bedarf an. Individuelle Zielwerte aus diesem Beispiel sind keine offiziellen QV-Vorgaben.
Quelle / Fundstelle: S05 Glossar Qualitätskonzept und QVM; S07 Methoden S. 3
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